Der Klimabeirat Friedrichshain-Kreuzberg positioniert sich entschieden gegen den geplanten Weiterbau der Stadtautobahn A100. In seiner aktuellen Stellungnahme macht das Gremium deutlich, dass ein solcher Ausbau in Zeiten der Klimakrise nicht zu verantworten ist.
Hauptargumente gegen den Weiterbau
- Steigende Emissionen: Der Verkehrssektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Während andere Bereiche ihre Emissionen senken konnten, stagniert der Verkehrsbereich – zusätzliche Straßen verschärfen dieses Problem, statt es zu lösen.
- Mehr Straßen, mehr Verkehr: Studien zeigen, dass der Bau neuer Straßen unweigerlich zu mehr Autoverkehr führt. Dies widerspricht den Zielen des Pariser Klimaabkommens und den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes.
- Flächenversiegelung: Allein zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee würden rund 200.000 Quadratmeter Fläche versiegelt. Gerade Friedrichshain-Kreuzberg ist bereits unterdurchschnittlich mit Klimaausgleichsflächen versorgt und benötigt dringend mehr, nicht weniger, unversiegelte Flächen.
- Gesundheitliche Belastung: Die Frankfurter Allee weist schon jetzt die höchste Luftbelastung Deutschlands auf. Zusätzlicher Verkehr würde die Situation weiter verschärfen und die Lebensqualität der Anwohner:innen beeinträchtigen.
Forderungen des Klimabeirats
- Stopp des A100-Ausbaus: Der Weiterbau der Autobahn muss unverzüglich gestoppt werden, um den Klimaschutz im Bezirk und in Berlin insgesamt voranzubringen.
- Verkehrswende einleiten: Statt in neue Straßen zu investieren, sollten bestehende Mittel gezielt in nachhaltige Mobilitätskonzepte, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Förderung des Rad- und Fußverkehrs fließen.
- Schutz und Ausbau von Grünflächen: Die wenigen verbleibenden unversiegelten Flächen müssen erhalten und ausgebaut werden, um das Stadtklima zu verbessern und die Folgen des Klimawandels abzumildern.
Fazit
Der Klimabeirat Friedrichshain-Kreuzberg sieht im geplanten Weiterbau der A100 ein fatales Signal für den Klimaschutz. Die Verantwortlichen werden aufgefordert, die Planungen zu stoppen und stattdessen konsequent auf eine klimagerechte Mobilitätswende zu setzen. Der Schutz von Mensch, Klima und urbanen Lebensräumen muss oberste Priorität haben.
